Überblick über Rebsorten
11. Dezember 2006 von Kornelius NägeleAusgangspunkt für jeden Wein ist die Weinrebe, die eine Gattung der Weinrebengewächse ist und gehört somit zur Abteilung der Bedecktsamer (Magnoliophyta) und zur Familie der Viticeae, welche rund 700 Spezies umfasst. Wir wollen nicht zu sehr ins Detail gehen. Allen gemeinsam ist, dass es sich um recht schnellwüchsige Kletterpflanzen ohne eigenen Stamm handelt. Für den Weinbau ist vor allem Vitis Vinifera von Bedeutung. Durch die Griechen wurde sie nach Westeuropa gebracht und die Römer verbreiteten sie in ganz Europa, soweit das Klima stimmte. Im Folgenden wollen wir die bekanntesten Rebsorten kurz beschreiben.
Die Weinrebe ist eine der am stärksten zuckersammelnde Obstpflanzen der Welt. Zwischen 15 und 25 Prozent des Traubensafts besteht aus vergärbarem Zucker. So eine Rebe ist auch ziemlich zäh. Sie wächst auf kargen, nährstoffarmen Böden unter unterschiedlichsten Temperaturbedingungen. In der kühlen Champagne oder Teilen der Mosel und des Rheins oder in den heißen Anbaugebieten Spaniens, überall sind Weinreben vertreten. Ein Schachpunkt ist die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen, die den Weintrauben zusetzen. Da gibt es Mehltau, Schwarzfleckenkrankheiten, Milben und Nematoden.
Riesling
Die bedeutendste Rebsorte in Deutschland ist wohl der Riesling, der viele unterschiedliche Weinstile hervorzubringen vermag.
Erkennen kann man den Riesling an seinem fünflappigen, stumpf gezahnten und meist blass wirkendem Blatt. Die Weintrauben wachsen dicht beieinander und sind im reifen Zustand grün-gelblich. Den Riesling findet man in unterschiedlichen Anteilen in allen deutschen Anbaugebieten. Selbst unter relativ kühlen Klimabedingungen bildet er noch eine hohe Konzentration von Aromastoffen und Fruchtsäuren aus. Während der Reifezeit will die Rebe es warm und sonnig haben, um zur Vollreife zu kommen, zuviel des Guten bedeutet aber, dass der Prozess zu schnell abgeschlossen ist. Dafür sind die Ansprüche an den Boden für das vegetative Wachstum relativ gering. Je nach Standort, Bodenart, Mikroklima und Jahrgang unterscheiden sich die Qualitätsstufen und Geschmacksrichtungen der Weine. Die Lagerfähigkeit des Rieslings ist bei guten Jahrgängen nahezu unbegrenzt. Die teuersten Vertreter bilden die edelsüßen Riesling-Beerenauslesen und Riesling-Eisweine.
Müller-Thurgau
Der Müller-Thurgau wurde durch Professor Hermann Müller aus dem Thurgau gezüchtet, um die Ertragssicherheit zu erhöhen, die dem Riesling fehlte. Bekannt als Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner, nach neueren Forschungen jedoch Riesling und Chasselas. Das Blatt ist siebenlappig, die Weintrauben haben eine dünne Schale und sind locker- bis dichtbeerig. Die Reben stellen keine großen Ansprüche an die Lage oder den Boden. Leider ist die Rebe relativ frostanfällig. Im Gegensatz zum Riesling ist es eine früh reifende Rebsorte mit deutlich niedrigerer Säure. Man sollte den Müller-Thurgau nicht zu lange Lagern, da das Alterungspotenzial gering ist. Unter der Bezeichnung Rivaner werden auch geschmeidige, elegante Tischweine produziert. Anbaugebiete finden sich in ganz Europa, Neuseeland, USA, China und Japan.
Gewürztraminer
Der Gewürztraminer, der auch roter Traminer genannt wird, erscheint rötlich gefärbt. Der Weinfarbe zum Trotz lässt sich
daraus kein Rotwein herstellen. Die Weine sind golden bis kupferfarbig und verströmen neben einen schweren, rosigen Duft auch den Duft von Melonen, Aprikosen, Pfirsichen, Ingwer oder Litschi. Die Rebsorte treibt früh aus und ist gegenüber Erkrankungen recht anfällig. Die Weintrauben sind recht klein und der Ertrag somit gering und weisen einen geringen Säuregehalt auf. Hauptanbaugebiet ist das französische Elsass. Aber auch in Baden und in der Pfalz ist er vertreten.
Chardonnay
Der Chardonnay bringt viele Spitzenweine hervor und wird selbst als Edelrebe bezeichnet, wobei die Herkunft nicht genau
geklärt ist. Zuerst dachte man, der Chardonnay sei durch Mutation aus der Pinot-Familie entstanden, andere behaupten er käme aus Vorderasien und wiederrum andere verweisen auf den Ort Chardonnay im Burgund. Die verschiedenen Weinstile die aus im erwachsen weisen unterschiedlichste Duftstile auf: Äpfel, Stachelbeeren, Melonen, Bananen, Muskat und andere. Die Rebsorte ist recht anpassungsfreudig und gedeiht überall auf der Welt. Mit hoher Wuchskraft und hoher Ertragsfreude, jedoch frostgefährdet und einem Hang zum Verrieseln, ist er zum Ende der Vegetationszeit anfälliger z. B. gegen Graufäule. Die berühmtesten Chardonnay -Weine kommen aus den Anbaugebieten rund um Burgund.
Trollinger
In Württemberg, Südtirol und im Trentino wird der Trollinger angebaut und ist eine robuste, wuchskräftige und ertragsreiche Rotweinsorte. Der Trollinger ist quasi ein schwäbisches Nationalgetränk und sehr frisch, süffig und bodenständig. Die Weine sollten schnell verbraucht werden, da sich der Wein in der Flasche nicht verbessert. Die Rebsorte ist ertragsstark, verlangt aber gute Lage, am besten an einem sonnigen Weinberg, und reift relativ spät.
Grauer Burgunder
Aus ihr werden viele einfache Weine gewonnen. Die wichtigsten Verbreitungsgebiete sind Frankreich, Deutschland und Österreich, sowie Norditalien. In Venetien und im Trentino werden aus ihr sorten-untypische, aber kommerziell sehr erfolgreiche Konsumweine erzeugt. Die Beeren haben zum Teil einen rötlichblauen Schimmer, was ein Beleg dafür ist, dass die Sorte von der Pinot Noir abstammt.
Weißer Burgunder
Sie wird auch Weißburgunder oder Clevner genannt und ist vor allem in Baden und in der Pfalz verbreitet, tritt aber auch in Österreich, Südtirol, Friaul, Elsass, Ungarn, Slowenien und Kroatien auf. Fälschlicherweise wurde der weiße Burgunder jahrelang als Pinot Chardonnay bezeichnet. In Wirklcihkeit ist er aber eine Mutation des Pinot Noir. Charakterischtisch ist das sanftwürzige Bouquet und die rassige Säure.
Merlot
Die Merlot-Weintraube ist einerseits eine ertragsstarke Sorte aus der man einfache bäuerliche Weine herstellen kann,
andererseits sind einige der größten Rotweine der Welt aus ihr gekeltert z. B. der legendäre Château Pétrus und Le Pin. Sie weisen in der Regel weniger Tannin, eine niedrigere Säure und eine geringere Langlebigkeit auf als Cabernet-Sauvignon-Weine, dafür aber eine höhere Alkoholgradation. Es dominieren eher süßliche, malzige Töne. Die Merlot ist in der ganzen Welt vertreten z. B. in Italien, Osteuropa, Amerika und Australien finden sich Anbaugebiete. Die Rebflächen wachsen schnell, da sie schneller reifen. Sie ordnen sich problemlos anderen Rebsorten unter, stellen keine hohen Ansprüche an die Lage und sind ertragsreicher als der Cabernet Sauvignon.
Cabernet Franc
Man vermutet, dass die Cabernet Franc eine Mutation der Cabernet Sauvignon ist, jedoch nicht von dessen Rang ist. Diese Sorte wird vor allem zur Assemblage mit Cabernet Sauvignon und Merlot verwendet. Der Bordeaux bekommt durch sie seine pikante Würze. Hochwertige Weine gibt es in St-Emilion, gute an der unteren Loire und meist einfache Weine werden auch in Südtirol, Venetien und dem Friaul angebaut. Sie wird aber vorwiegend als Komplementärtraube angebaut.
Syrah
Sie Syrah ist vor allem an der Rhône zuhause und gehört zu den edleren Rotweinsorten. Die Weintraube ist dunkelfarbig, tanninstark und mit einem bittersüßen, würzigen Beerenaroma ausgestattet. Die genaue Herkunft ist – wie so oft – nicht ganz klar. Sie könnte von der Rhône stammen, aber auch durch Händler aus Persien verbreitet worden sein. In Australien wird sie Shiraz genannt und ist neben Cabernet Sauvignon die häufigste Rotweinsorte. Syrah-Weine sind unter anderem der Côte Rôtie, St-Joseph, Cornas und der rote Crozes-Hermitage.
Cabernet Sauvignon
Sie ist eine alte Rotweinrebe mit geringem Ertrag und großen Gerbstoffgehalt. Aus ihr werden hochklassige, dunkelfarbige und
langlebige Weine hergestellt. Im Duft erinnert sie an schwarze Johannisbeeren, Zedernholz und schwarzen Pfeffer. Sie muss in warmen Lagen stehen. Die Trauben sind mittelgroß, dichtbeerig, dunkelblau und dickschalig. Heute gilt Bordeaux als Urheimat der Cabernet Sauvignon, speziell das Medoc mit seinen kieselsteinhaltigen, wasserdurchlässigen Böden. In Italien und in Spanien ist sie auch in Mode gekommen, desweiteren befinden sich viele größere Anbaugebiete auch in Kalifornien, Chile, Südafrika, Australien und Neuseeland.
Pinot Noir
Die Pinot Noir zählt zu einen der ältesten Rebsorten aus der Weine mit erhabener Eleganz, aber auch von plumper Schlichtheit erwachsen. In der Farbe präsentiert sie sich in mittlerem Purpurrot, das Aroma ist von süßer Fruchtigkeit geprägt. Da der Wein aus den dünnschaligen Weintrauben recht tanninarm ist, wird er von vielen Winzern gekeltert. Die Urheimat ist das Burgund, wo sie bereits im 14. Jahrhundert nachgewiesen ist. Bekannte Weine sind z. B. Chambertin, Musigny, Pommard und Volnay.
Cot
Ist ein Synonym für die Sorte Malbec, die in Südfrankreich, vor allem in Cahors zu finden ist, jedoch immer mehr in den Hintergrund treten.
Tempranillo
Tempranillo bringt großartige, hoch geschätzte Weine hervor beispielsweise aus Ribera del Duero, aber auch junge und frische Typen, wie sie in La Manchas oder Somontano zu finden sind. Die Tempranillo Weine sind nicht immer so einfach identifizierbar wie Cabernet Sauvignon oder Pinot Noir. Als charakteristische Merkmale wird ihm erdbeer-, pflaumen-, brombeer- und Gewürzaromen nachgesagt.
Weitere Rebsorten, die (noch) nicht näher beschrieben sind:
- Aglianico
- Airén
- Albana
- Albarino
- Alicante Bouschet
- Aligoté
- Aramon
- Assyrtiko
- Auxerrois
- Baccus
- Baluer Wildbacher
- Barbera
- Barbera
- Blauer Portugieser
- Blauer Portugieser
- Blauer Spätburgunder
- Blaufränkisch
- Bouvier
- Brachetto
- Brunello
- Canaiolo
- Carignan
- Cinsaut
- Clairette
- Cortese
- Corvina
- Counoise
- Dolcetto
- Dornfelder
- Durif
- Feteasca
- Feteasca Neagra
- Folle Blanche
- Freisa
- Frühburgunder
- Furmint
- Gagliopop
- Gamay
- Gamay
- Grechetto
- Greco di Tufo
- Grenache (Gernacha)
- Grüner Veltliner
- Gutedel
- Jurancon Noir
- Kerner
- Lambrusco
- Lemberger
- Macabeo
- Malvasia
- Manseng
- Marsanne
- Marzemino
- Melon
- Montepulciano
- Morellino
- Morio-Muskat
- Mourvédre
- Mtsvane
- Muscadelle
- Muscat d´ Alexandrie
- Muscat d´ Hambourg
- Muskat-Ottonel
- Nebbiolo
- Nebbiolo
- Neuburger
- Pedro Ximénez
- Petit Verdot
- Petite Sirah
- Picolit
- Picpoul
- Pinot Meunier
- Pinotage
- Plavac
- Plavax Mali
- Prosecco
- Prugnolo Gentile
- Ribolla
- Rkatsiteli
- Rotgipfler
- Roussanne
- Ruländer
- Sagrantino
- Samtrot
- Sangiovese
- Sauvignon Blanc
- Savagnin
- Savatiano
- Schiava
- Schwarzriesling
- Schwarzriesling
- Shiraz
- Silvaner
- St. Laurent
- Stehen
- Tannat
- Teinturier
- Teroldego
- Tocai
- Touriga
- Traminer
- Trebbiano
- Tsimlyansky Cherny
- Verdejo
- Verdelho
- Verdicchio
- Vermentino
- Vernaccia
- Vernatsch
- Welschriesling
- Xynomavro
- Zierfandler
- Zweigelt
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